Zeitzeugenbesuch in den Klassen 9a, 9b und 9e: Herr Schultke berichtet aus seinem Leben in der DDR
Dietmar Schultke besuchte das Helmholtz‑Gymnasium und fesselte die Schülerinnen und Schüler mit einem Bericht über seine Jugend in der DDR, seinen Dienst als Grenzsoldat und die ständige Präsenz von Kontrolle, Angst und politischem Druck. Er erzählte offen von Schikanen durch die Stasi, von der Indoktrination in Schule und Armee und davon, wie schwer es war, sich in einem System zurechtzufinden, das individuelle Freiheit systematisch unterdrückte.

Besonders eindrucksvoll schilderte er, wie Musik für ihn zu einem inneren Fluchtpunkt wurde. Als Jugendlicher hörte er Bruce Springsteen im West‑Radio, und in diesen Songs fand er etwas, das ihm die DDR nie geben konnte: das Gefühl von Weite, Aufbruch und persönlicher Freiheit. Springsteen wurde für ihn zum Symbol eines Lebens jenseits von Mauern und Befehlen. Als er 1988 das legendäre Springsteen‑Konzert in Ost‑Berlin besuchte, erlebte er für ein paar Stunden genau das, was ihm im Alltag verwehrt blieb – einen Moment, in dem Freiheit nicht nur ein politischer Begriff, sondern ein körperlich spürbares Gefühl war. Schultke beschrieb, wie dieser Abend für ihn wie ein Lichtstrahl inmitten seines Grenzeralltags wirkte und ihm zeigte, dass ein anderes Leben möglich war.
Die Schülerinnen und Schüler hörten aufmerksam zu und zeigten großes Interesse an seinen persönlichen Erfahrungen.

Schultkes Besuch machte deutlich, wie wichtig Zeitzeugen für das historische Lernen sind und wie sehr individuelle Geschichten helfen, die Bedeutung von Freiheit und Demokratie zu begreifen.
Bilder und Text: A. Steible
