Mehlwürmer als Pausensnack – Multivision zu Gast am HGH

Was haben Mehlwürmer mit dem Klimawandel zu tun? Mit dieser Frage hatte wohl keiner der 120  Zehntklässler gerechnet, die Ende November am Energieprojekt Energievision 2050 am HGH teilnahmen. Und die allerwenigsten hätten erwartet, dass sie an diesem Tag ihren ersten Mehlwurm als Snack gereicht bekommen würden.

Aber von vorne: das Thema Klimawandel ist nicht zuletzt seit Fridays for Future in aller Munde, Begriffe wie CO2-Neutralität, ökologischer Fußabdruck oder die 1,5°C-Grenze schwirren durch die Medien, doch auf fundiertes Wissen stößt man bei Jugendlichen wie bei Erwachsenen eher selten. Hier hat die Bildung einen ganz klaren Auftrag. Die Themen der Nachhaltigkeit sind deswegen fest im Geographieunterricht verankert. Aufgrund der aktuellen Bedeutung des Themas haben die Geographielehrer des HGH beschlossen, auf dem Fundament ihres Unterrichts mit einer Expertise von außen aufzubauen.

Unser Partner für dieses Projekt war der gemeinnützige Verein Multivision e.V. aus Hamburg, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, mit Jugendlichen Gedankenmodelle für eine nachhaltige Entwicklung zu finden. Zu der zweistündigen Veranstaltung trafen sich Schüler, Lehrer und die Moderatoren im Musiksaal zu einem Dialog. Nach der Begrüßung durch die Schulleiterin Frau Mechelk, die das Thema Nachhaltigkeit als zentrale Bildungsaufgabe sieht, trat die Moderatorin Tamara Wittmann mit den Schülerinnen und Schülern in ein erstes Gespräch. Eindrückliche Kurzfilme zu Themen wie Energie, Mobilität, Konsum und Ernährung warfen weitere Fragen auf und feuerten den Austausch an. Die Schüler bezogen Stellung. Vom Fleischliebhaber über den Kernkraftwerkbefürworter bis hin zum Fridays for Future – Unterstützer entsponnen sich kontroverse Diskussionen.

Oft genug sehen die Schülerinnen und Schüler die Lösung im Verzicht. Dieser Verzicht-Vorsatz dominierte auch die kleine Diskussionsrunde von engagierten Schülerinnen und Schülern der 10b, die das Thema nach der Veranstaltung nochmal aufgriffen. „Wir wollen es besser machen, indem wir verzichten“. Ein anderer Ansatz wäre die Frage: Wie können wir Nachhaltigkeit erreichen und dabei weiterhin ein gutes Leben führen? Brauchen wir nicht die Entwicklung tragfähiger Alternativen für die Zukunft? Innovative Ideen müssen her und die Schülerinnen und Schüler von heute sind Teil dieser Lösung.

So sollten kreative und originelle Vorschläge in der Veranstaltung nicht zu kurz kommen. Hierzu wurden die Schülerinnen und Schüler aufgefordert, nach einem kurzen Brainstorming ihre ganz persönliche Innovationsidee für ein nachhaltiges Wirtschaften zu präsentieren. Es war spannend, von mobilen Transportnetzwerken bis hin zu ressourcenschonenden Konsumstrukturen zu hören.

Wie soll sich nun unser Fleischliebhaber verhalten? Mittlerweile ist hinlänglich bekannt, dass die Massentierhaltung massiv das natürliche System unseres Planeten und damit uns Menschen  beeinflusst. Also Verzicht? Oder die innovative Lösung mit Proteinen aus Mehlwürmern und Insekten? Eines ist sicher, hier darf gerne noch weiter geforscht und entwickelt werden.

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Bericht und Fotos: N. Barth-Fouquet

(Fachbeauftragte Geographie)

von Andreas Gängel am 12.01.2020 um 19:20