Auslandsaufenthalt der 9. Klassen in Montpellier im Rahmen des Erasmus + Projekts im März 2017

Der letzte Besuch im Rahmen des Erasmus + Projekts mit dem Collège Rabelais in Montpellier stand im März 2017 an. Nach der schnellen und unkomplizierten Fahrt mit dem TGV in die Partnerstadt Heidelbergs verbrachten die teilnehmenden 9. Klässler unserer Schule ein Wochenende in der Gastfamilie, um einen Einblick in die Lebensgewohnheiten einer fremden Familie zu bekommen und die in der Schule erworbenen Sprachkenntnisse auszuprobieren. Das war für viele sehr interessant und ganz anders, es verlangte Toleranz und Offenheit, was fast immer von alleine gelang. Da sind wir sehr stolz auf unsere Schüler. Im Verlauf der Woche sollte diese Offenheit noch öfter auf die Probe gestellt werden: insbesondere die andere Schulform, die langen Schultage, selten das andere Essen, außer in der Kantine – die französischen Eltern gaben sich allergrößte Mühe, einen entsprechenden Empfang zu geben-, aber auch die französischen Lehrer, die einen anderen Umgang mit ihren Schülern pflegen, forderte heraus. Es war dennoch interessant und bereichernd, die Andersartigkeit zu erleben und sich selber in neuer Umgebung auszuprobieren. Einige Schülerinnen haben einen Fanclub aus der 6ième gefunden (s. Foto), einige fanden dann doch Gefallen an dem Theaterprojekt, das nicht immer auf volle Zustimmung aller Schüler und Schülerinnen stieß, es wurde gemeinsam getanzt und gefeiert, der Strand und das Meer trotz frischer Temperaturen in vollen Zügen genossen und wie wir denken, v.a. viele Eindrücke mit nach Hause genommen. (Fr. Koch, Französischlehrerin)

Ausflug nach Arles

Während des Erasmus Projekts hatten wir einen ganz besonderen Tag. Am Tag vor unserer Theateraufführung gab es einen Ausflug in das Städtchen Arles. Ein Tag nur für uns deutsche Schüler, um uns mal als richtige Touristen zu fühlen und um mal einen neuen Ort zu entdecken. Leider war die Stadtführung morgens, so dass wir den traditionellen Markt vom Ort verpassten, es war eine regelrechte Qual, für Schüler und Lehrer, durch die ganzen Stände zu rennen, ohne auch an einem stehen bleiben zu dürfen. Aber weiter zur Führung: wir besuchten gleich einen kleinen Park, wo wir eine kurze Weile vor einer Statue von Vincent Van Gogh anhielten. Sie erzählte uns etwas über ihn, ein talentierter Maler dem die Malerei wohl etwas zu Kopf ging, sogar ein Ohr hatte er sich absichtlich abgeschnitten. Kurze Zeit später gingen wir zur nächsten Sehenswürdigkeit, ein Theater aus der Zeit der Römer, wirklich erstaunlich, wie gut sich die alten Säulen und Gerüste während den Jahrtausenden gehalten haben. Von da an nahmen wir die erstickende Wärme wahr, die wir von Deutschland nicht gewohnt sind. Aber ohne allzu langes Rumstehen kamen wir zum Highlight der Führung: der Arena. Diesen Platz, den wir eigentlich nur aus Filmen und dem Geschichtsunterricht kennen, sahen wir hautnah. Es fühlte sich fast an wie in einer Miniversion von Rom. Während unsere Führerin über die atemberaubenden Kämpfe der vergangenen Zeit sprach, wurde die Hitze immer stärker und stärker. Doch das kümmerte uns nicht, wir waren schon ganz woanders, stellten uns alles vor in unserer kleinen Welt. Und da war es auch schon um, wir durften noch einige kleine Türme besteigen und den Ausblick genießen, und dann ging es zu einem kleinen Platz, der von da an unser Treffpunkt sein sollte. Wir hatten endlich Zeit, die Stadt auf eigenständig in Gruppen zu erkunden. Die Atmosphäre des Örtchens war super, die kleinen Straßen waren sehr übersichtlich, auch wenn wir ziemlich lange gebraucht haben, um einen Bäcker zu finden. Obwohl, das lag wohl eher an uns. Danach noch durch die zahlreichen Geschäfte schleifen, und am Ende am Ufer der Rhône sitzen und gemeinsam die Zeit vergehen lassen. Und das war es auch schon, unser kleiner Ausflug nach Arles. Zwischen all den anstrengenden Tagen auch mal ein Tag zum Entspannen und Frankreich genießen.

(Sylvia Heuberger, 9. Klasse)

Wie wir die französische Schule erlebt haben

Jeder Deutsche ist mit seinem französischen Austauschpartner in den Unterricht gegangen. Auch wenn wir nicht oft daran teilgenommen haben, fallen einem gleich ein paar Unterschiede zwischen dem deutschen und französischen Unterricht auf. Zunächst sind in Frankreich bis zur zehnten Klasse die Hauptschule, Realschule und das Gymnasium nicht getrennt. Das erklärt vielleicht auch, dass wir in Deutschland viel schneller und produktiver arbeiten können. Überraschend ist auch, dass der französische Unterricht teilweise nur aus 8-12 Schülern besteht. Es gibt einige Vorschriften, die wir hier in Deutschland gar nicht gewohnt sind. Beispielsweise gibt es kein Klopapier auf den Toiletten und die Schule darf vor 16 Uhr nicht verlassen werden. Am Morgen werden die Schüler erst ab 8 Uhr in die Schule gelassen und sie müssen ein kleines Heft vorzeigen ansonsten dürfen sie das Gebäude nicht betreten. Während den Pausen müssen sich alle Schüler auf dem Pausenhof aufhalten. Die Schule ist komplett eingezäunt, was auf der einen Seite gut für die Sicherheit ist, aber auch sehr unangenehm sein kann. Ich fande es toll, dass die Franzosen einen „CDI“ haben. Im Grunde genommen ist es ein Raum, in dem man Zugriff auf Bücher oder Computer hat, um sich bei Referaten oder Hausaufgaben zu helfen.

(Stefanie Zerr 9d)

 

von Marco Gäbel am 12.07.2017 um 14:59